Warum ist Content Marketing in Zukunft so wichtig und wie kannst du es für dein Unternehmen nutzen?

Warum ist Content Marketing in Zukunft so wichtig und wie kannst du es für dein Unternehmen nutzen?

Die Welt verändert sich gerade.

Seit dem Jahr 2012 wird das Konsumverhalten auf der ganzen Welt durch die Digital Natives nachhaltig geprägt. Digital Native wird ein Personenkreis bezeichnet, der im Zeitalter von digitalen Technologien aufgewachsen ist.

Einige Branchen spüren die Veränderung schon seit einigen Jahren, andere bemerken noch sehr wenig davon, weil wir uns im Moment in der sogenannten Transformationsphase der Digitalisierung befinden. Ab dem Jahr 2020 werden die Digital Natives aber erstmals in der Mehrheit sein und die traditionellen Konsumenten verlieren stärker an Bedeutung.

Quelle: pwc (Schweizer Prüfungs- und Beratungsunternehmen)

Die Digitalisierung wird also in den nächsten 10 Jahren tiefgreifende Veränderungen mit sich bringen. Zum Beispiel verändert sich der Medienkonsum sehr stark. Wir schauen kein Fernsehen mehr und hören weniger Radio, dafür schauen wir Netflix und hören Spotify. Die neue Generation ist mit Google aufgewachsen, ohne ein Produkt vorher zu googeln oder auf speziellen Portalen zu vergleichen wird keine grössere Anschaffung getätigt und kein Dienstleister engagiert. Die Meinungsbildung passiert auf Snapchat und Instagram. Sogenannte Influencer halten Produkte in die Kamera und sagen was heute wichtig und gut ist.

Das bedeutet auch, dass sich das Marketing verändert. Nebst klassischen Werbeformen sollten Unternehmen also unbedingt eine weitere, sehr effektive neue Marketingform ins Auge fassen; das Content Marketing.

Was ist Content Marketing genau und wie ist es entstanden?

Bereits vor 10 Jahren hat Seth Godin, ein amerikanischer Autor und Unternehmer, bemerkt, dass sich die Welt gerade verändert und die neue Generation eine völlig andere Verhaltensweise an den Tag legt. Er sprach damals schon von einer Marketingwelt, bei der man Kunden helfen solle etwas zu kaufen indem man für sie ein Problem löst. Man solle sich die Aufmerksamkeit nicht kaufen, sondern verdienen.

Immer wenn ein neuer Trend entsteht, braucht es natürlich auch einen modernen englischen Begriff dafür. Das muss aber nicht unbedingt schlecht sein, denn solche trendigen Kunstwörter, auch Buzzwords genannt, entstehen meistens dann, wenn in einem Bereich eine Professionalisierung stattfindet.

Das ist auch beim Content Marketing der Fall. Content ist ja eigentlich nichts Neues. Content ist Inhalt und Inhalte gab es im Marketing schon immer. Mit Texten, Bildern, Grafiken und Videos arbeiten wir schon lange. Neu sind die vielen Möglichkeiten, Formate und Kanäle, welche die Digitalisierung mit sich bringt. Und genau diese angesprochene Professionalisierung hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass neue Methoden entwickelt wurden, mit welchen Content sehr erfolgreich zu Marketingzwecken eingesetzt werden kann.

Content Marketing ist also der professionelle Umgang mit unterschiedlichsten Inhalten. Es geht darum die Stärken der unterschiedlichen Formate und Kanäle auszunutzen und die Inhalte anschliessend crossmedial zu verteilen.

Was sind die Vorteile von Content Marketing?

Es gibt eine ganze Reihe von Vorteilen. Die wichtigsten sind:

  1. Du hast alles selbst in der Hand: Beim Content Marketing kannst du alles selbst bestimmen. Du bestimmst den Inhalt, die Formate und wo du deinen Content schlussendlich veröffentlichst. Ausserdem kannst du deinen Content jederzeit wieder anpassen.

  2. Markenbekanntheit und Kundenbindung: Content Marketing hilft dir dabei deine Markenbekanntheit zu steigern und mit Content Marketing kannst du deine Kunden von deinem Expertenwissen überzeugen. Sie gewinnen so Vertrauen in dein Unternehmen und werden sich so schnell nicht mehr von dir abwenden.

  3. Viralität: Gute und unterhaltsame Inhalte werden in sozialen Netzwerken gerne geteilt. So erreichst du mit wenig Aufwand und Geld eine grosse Reichweite.

Was sind die Nachteile von Content Marketing?

Natürlich gibt es auch Nachteile, wobei man diese selbst gut abwägen und kontrollieren kann. Wichtig ist den Aufwand und Ertrag immer im Auge zu behalten, denn anders als häufig behauptet ist Content Marketing keinesfalls kostenlos.

Es ist sogar so, dass der hohe Aufwand Unternehmen häufig davon abhält Content Marketing zu betreiben, denn es braucht entsprechend geschulte Mitarbeiter in den verschiedensten Bereichen und die Herstellung ist vor allem zu Beginn oft sehr aufwändig.

Je nach Zielsetzung macht zum Beispiel eine klassische Anzeige immer noch mehr Sinn. Content Marketing ist zudem eine langfristige Angelegenheit, Erfolge zeigen sich häufig erst nach einem halben Jahr oder später.

Die Bestandteile

Aber moment mal, sind klassische Anzeigen nicht auch Content? Natürlich, aber heute unterscheiden wir zwischen Outbound Marketing und Inbound Marketing. Beim Outbound Marketing wird der Content über diverse Kanäle veröffentlicht. So hat das bisher immer funktioniert. Wir produzieren Content und platzieren diesen in unterschiedlichen Medien.

Beim Inbound Marketing wird Content erstellt, der die Kunden auf die eigenen Kanäle ziehen soll. Der Content wird nicht auf fremden Medien als Anzeige geschalten, er wird auf deiner Webseite, in deinem Newsletter oder auf deinen Social Media Profilen veröffentlicht. Oder anders gesagt, der Kunde findet deinen Content selbst, weil er nach einer Problemlösung gesucht hat. Mit modernem Content Marketing ist also eigentlich Inbound Marketing gemeint.

Die klassischen Outbound Marketing-Formate:

  • TV Werbung

  • Radio Werbung

  • Printanzeigen

  • Postwurfsendungen und Mailings

  • Telefonmarketing

  • Flyer und Plakate

  • Messen

  • Public Relations

  • Kaltaquise

  • Banner-Werbung

  • Video-Anzeigen

  • Social Media Anzeigen


Die neuen Inbound Marketing-Formate:

  • Bloggen

  • Suchmaschinenoptimierung (SEO)

  • Social Media & Community Management

  • E-Mail Marketing

  • Landingpages

  • Influencer Marketing

  • Virales Marketing

  • Empfehlungsmarketing

  • Sponsoring


Es geht nicht darum die eine Methode mit der anderen zu ersetzen. Beide Marketing-Strategien haben immer noch ihre Berechtigung. Sie funktionieren nur unterschiedlich und bedienen andere Verhaltensweisen. Am besten ist nach wie vor ein gut durchdachter Marketing-Mix und eine Multichannel-Strategie. Daran hat sich auch in Zeiten der Digitalisierung nichts geändert.

Wie funktioniert Content Marketing?

Beim Content Marketing haben wir den grossen Vorteil, den Weg des Kunden von Anfang bis zum Schluss beeinflussen oder auch gestalten zu können.

Zuerst möchten wir Aufmerksamkeit erzeugen und möglichst viele Besucher auf unsere Webseite locken - nur das alleine hilft nichts. Denn nur mit Besuchern hat noch kein Unternehmen etwas verkauft.

Sobald dir die Besucher aber ihre E-Mail-Adresse oder Telefonnummer überlassen, treten sie aus der anonymen Masse hervor und geben sich zu erkennen. In der Fachsprache werden sie damit zu einem Kontakt oder zu einem Lead und wir können zum Beispiel mit E-Mail-Marketing dafür sorgen, dass sie zu uns zurückkehren und auch etwas kaufen.

Aufmerksamkeit erzeugen

Es gibt viele Wege um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Entweder man schaltet wie gehabt Werbeanzeigen oder aber man produziert Content, welcher der Interessent über eine Suchmaschine oder Social Media findet. Ein Unternehmens-Blog eignet sich dafür besonders gut.

 

Interessenten zu Leads konvertieren

Wie erwähnt versuchst du die Kontaktdaten des Besuchers zu erhalten, wenn dieser auf deiner Webseite landet. Heute ist das meistens die E-Mail-Adresse. Dabei gibt es viele Aspekte die eine wichtige Rolle spielen. Im Fachjargon spricht man auch von Conversion-Optimierung oder User Experience Design. Es geht darum, dass die Webseite nicht nur schön sein soll, sondern auch verständlich. Die Navigation soll logisch sein und den Benutzer an der Hand nehmen und Formulare werden so konzipiert, dass sie möglichst einfach auszufüllen sind. Heute ist zum Beispiel auch sehr wichtig, dass eine Webseite für mobile Geräte optimiert ist und dass man Webseiten technisch so entwickelt, dass auch Menschen mit Behinderung nicht ausgeschlossen werden. Es gilt, je besser die Benutzerfreundlichkeit, desto mehr Interessenten hinterlassen dir ihre Kontaktangaben.
 

Die Leads zurückholen und den Kauf abschliessen

Wenn du einmal die E-Mail-Adresse eines Kunden hast, hast du ein Ass im Ärmel. Denn auch wenn alle deine Marketing-Bemühungen nicht gleich zum Kauf geführt haben, hast du die Möglichkeit durch geschicktes E-Mail-Marketing potenzielle Kunden zurück auf deine Webseite zu holen.

Übrigens; unsere Pimcore-Lösungen bieten dir sogar die Möglichkeit die Kunden beim ersten Kontakt nach Interessen, demografischen und geografischen Merkmalen zu segmentieren. Du hast also je nach Segment die Möglichkeit deinen Kunden passenden Content darzustellen. Dem Kunden genau den Inhalt zu bieten, den er erwartet, kann den Erfolg deiner Marketingkampagnen entscheidend beeinflussen.

Blog & Landingpages

Dem Thema «Bloggen» und «Landingpages» wollen wir uns noch etwas stärker widmen, denn es sind zwei hervorragende Content-Marketing-Werkzeuge um Kunden auch langfristig immer wieder auf deine Unternehmenspräsenz zu ziehen.

Mit einem Unternehmensblog hast du die Chance deinen Kunden regelmässig hochwertigen Content zu liefern, mit welchem du Probleme deiner Kunden ansprechen und passende Lösungen bieten kannst. Das ist ein sehr guter Weg um Kunden immer wieder auf deine Webseite zu ziehen und gleichzeitig von deiner Kompetenz zu überzeugen. Ein weiterer, sehr grosser Vorteil; Google mag gute und umfangreiche Blogartikel. Die Chance, dass so ein Blogartikel auf der ersten Seite bei Google erscheint ist also sehr hoch. Damit schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe.

Dasselbe gilt für Landingpages. Landingpages sind spezielle Bereiche auf deiner Webseite, welche für ein bestimmtes Thema optimiert werden. Wie der Name schon sagt, geht es bei Landingpages vor allem darum, dass die Kunden darauf landen. Häufig werden sie also in Zusammenhang mit einer speziellen Werbekampagne erstellt.

Wenn zum Beispiel ein Autohändler eine Aktion zum Verkauf eines speziellen Fahrzeugtyps plant, wird er möglicherweise Anzeigen im Woche-Pass und Google Ad-Words schalten. Beide Werbemassnahmen leitet er aber nicht auf die Startseite der Webseite sondern auf eine spezielle Landingpage, auf welcher der Besucher genau den Content vorfindet, welcher ihm auf der Werbeanzeige versprochen wurde. Das erhöht die Chancen, dass viele Besucher schnell finden was sie suchen und damit eher einen Kauf abschliessen oder wenigstens die E-Mail-Adresse zurücklassen.

Die Strategie

Du wirst dich jetzt vielleicht fragen wie du nun vorgehen sollst um Content Marketing so in deinem Unternehmen zu etablieren, damit es auch funktioniert.

Es ist wichtig, dass du zu Beginn eine Content Marketing Strategie definierst. Viele Unternehmen laufen planlos drauflos und denken schon sehr früh zu stark über Kanäle nach. Diese Vorgehensweise ist falsch. Häufig hört man; «wir machen jetzt auch Facebook». Das ist lobenswert, aber hat nichts mit einer Content Strategie zu tun und führt selten zum Ziel.

Die richtige Vorgehensweise ist:

  • Ziele setzen (Was wollen wir mit unserem Content erreichen?)

  • Zielgruppe definieren (Wen wollen wir erreichen?)

  • Plan erstellen (Wie wollen wir vorgehen?)

  • Formate definieren

  • Kanäle wählen

Also eigentlich genau umgekehrt als dies die meisten tun; Überlegungen hinsichtlich der Kanäle folgen erst zum Schluss.

Die Planung

Nachdem die Strategie definiert ist, folgt die Planung. Du solltest die Zuständigkeiten vorher klären und einen Redaktionsplan erstellen. Es ist auch empfehlenswert regelmässig Redaktions-Meetings einzuplanen und im Team zu besprechen welche Inhalte Sinn machen. Das erhöht die Chance, dass du regelmässig Content liefern kannst. Denn nur wer über einen längeren Zeitraum dran bleibt wird auch Erfolg haben.

Als erstes solltest du die Idee entwickeln. Frage dich was ihr mit dem Content erreichen wollt und welche Geschichte ihr erzählen wollt. Niemand mag eine langweilige Auflistung von theoretischen Fakten. Erzählt die Hintergründe eures Angebots und zeigt die Menschen hinter dem Unternehmen. Leser lieben lebendige Geschichten.

Wenn die Geschichte einmal steht, werden die Formate definiert. Denn auch wenn dein Ursprungsformat ein Text ist, muss es nicht dabei bleiben. Je nachdem welche Möglichkeiten deinem Unternehmen zur Verfügung stehen, können aus einem Texte weitere Formate erstellt werden.

Mögliche Formate:

  • Blogartikel

  • E-Mail-Newsletter

  • Landingpages

  • Anleitungen oder Tutorials

  • eBook oder Case Studies

  • Fotos oder Grafiken

  • Videos

  • Webinare oder Slideshows

  • Audio oder Podcasts

  • Interviews

  • Werbung

  • Pressemitteilungen

  • Infografiken

Erst wenn alle Formate produziert sind, wählt man die passenden Kanäle. In Frage kommen klassische Medien, soziale Netzwerke, andere Unternehmensseiten oder Blogs, Influencer und viele weitere Kanäle.

Gerade fremde Blogs oder Unternehmensseiten sind sehr interessant, wenn diese thematisch passen. Durch einen Gastartikel kann man so schnell eine hohe Reichweite erreichen.

Eine weitere interessante Vorgehensweise nennt sicht Content Recycling. Häufig denkt man nicht daran, dass irgendwo im Unternehmen bereits gute Inhalte vorhanden sind. Meistens muss man diese nur leicht überarbeiten und in Form bringen. Das spart Zeit und Nerven.

Fazit

Nur auf Content Marketing zu setzen und alle anderen Marketingmethoden zu vernachlässigen wäre nicht der richtige Ansatz. Content Marketing ist nicht die Antwort auf alle Probleme, es gehört als Teil des Ganzen in das Marketing-Konzept.

Aber mit der richtigen Vorgehensweise ist Content Marketing eine sehr nachhaltige und gute Möglichkeit, welche das bestehende Marketing ergänzt und mit fortschreitender  Digitalisierung sicher noch an Bedeutung gewinnt.

Auch wenn es auf den ersten Blick verlockend klingt über das Erstellen von Content neue Kunden zu akquirieren, muss man bedenken, dass damit viel Arbeit verbunden ist. Ohne eine gut durchdachte Strategie und eine sorgfältigen Planung bleibt der Erfolg meistens aus und man gibt nach kurzer Zeit frustriert auf.

Wir empfehlen jedem Unternehmen, welches sich Gedanken über Marketing in Zeiten der Digitalisierung macht, sich vorher von einem Experten beraten und falls nötig bei der Umsetzung begleiten zu lassen. Dann ist die Chance sehr hoch, dass man auch in Zukunft mit seinen Marketingkampagnen die neue Generation erreicht.

Falls du Fragen zum Thema hast, hinterlasse doch einen Kommentar und wir werden diesen gerne beantworten.

Sandro Jenny

Produktmanager

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